Laudatio auf Gottfried Bouhs aus Weibern

Gottfried Bouhs, Familienmitglieder, Chormitglieder und Bürgemeister

 

Aus Ihrem Leben, sehr geehrter Herr Bouhs, ist das ehrenamtliche Engagement einfach nicht wegzudenken. Ihr ganzes Leben schon bringen Sie sich in Ihrem Heimatort Weibern in der

Verbandsgemeinde Brohltal ein.

Schon im Alter von 12 Jahren haben Sie sich dem Kirchenchor Cäcilia in Weibern verschrieben. Der damalige Chorleiter war es, der Ihr Gesangstalent entdeckte und Sie nicht mehr gehen ließ. Dass dieser Moment schon 81 Jahre her sein soll, ist kaum zu glauben. Vieles haben Sie in all den Jahren bewegen können.

Als Sie vor vielen Jahren nach einem langen Arbeitstag in Köln abends mit Kollegen in der Kneipe saßen, sang dort zufällig ein Chor. Angetan von der musikalischen Stimmung und der Freude, die die Menschen mit ihrem Gesang verbreiteten, entstand die Idee, den Chor in Ihrem Heimatdorf neu zu beleben. So kam es, dass Sie 1965 den Dirigentenposten im Kirchenchor übernahmen. 30 Jahre lang haben Sie dort den Ton angegeben. Und das mit großem Erfolg. Als der Kirchenchor sein 100-jähriges Bestehen feierte, konnten Sie für den Chor die vom Allgemeinen Cäcilienverband verliehene Palestrina-Medaille stolz in Empfang nehmen. Das ist eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass Sie sich Ihre Fähigkeiten als Dirigent durch ein Chorbuch von Waldemar Klink selbst angeeignet haben.

Nachdem Sie den Dirigentenstock 1995 in andere Hände übergeben hatten, blieben Sie dem Chor als Sänger weiterhin treu. Bis vor kurzem engagierten Sie sich noch tatkräftige in allen Belangen des Chors. Vor allem Ihre Disziplin bei den wöchentlichen Proben hatte wirklich Vorbildcharakter. Im Sommer dieses Jahres, im Alter von 93 Jahren, haben Sie jedoch entschieden aus Altersgründen, mit dem Singen aufzuhören. Mit dem Herzen und der Liebe zum Gesang werden Sie jedoch immer Teil der Chorgemeinschaft bleiben.

Neben Ihrem großen ehrenamtlichen Engagement für den Kirchenchor waren Sie für die Katholische Pfarrgemeinde St. Barbara 40 Jahre im Pfarrgemeinderat, davon 12 Jahre als Vorsitzender, 12 Jahre im Verwaltungsrat, 32 Jahre Kommunionshelfer, 31 Jahre Lektor und 20 Jahre Küster.

Nicht in Zahlen zu bemessen sind die Ergebnisse Ihres jahrzehntelangen Schaffens rund um die Kirche, Pfarrheim und Sakristei. Zur Verschönerung und Instandsetzung der Gebäude und Außenanlagen haben Sie unzählige Stunden Ihrer Freizeit aufgebracht.

Als gelernter Steinmetz haben Ihnen vor allem die handwerklichen Tätigkeiten viel Freude bereitet.

Die Herstellung des Taufbeckens, Blumenständer aus Tuff- und Basaltstein für die Kirche, die Erneuerung des Friedhofkreuzes, der Bau einer Ruhebank für den Friedhof, die Sanierung der Mariensäule in der Dorfmitte, die Renovierung der Küche im Pfarrheim oder die Sanierung des Kriegerdenkmals sind nur wenige Beispiele Ihrer handwerklichen Einsätze für die Dorfgemeinde.

Die Vereine in Ihrem Dorf haben Ihnen besonders am Herzen gelegen. Denn für Sie ist eine Gemeinde ohne Vereine, eine verlassene Gemeinde. So waren Sie maßgeblich daran beteiligt, dass die Vereine in Weibern nach dem Krieg wieder zum Leben erwachten. 3 Jahre waren Sie 2. Vorsitzender des TUS Weibern, Sie kümmerten sich um den Jungesellenverein und waren Gründungsmitglied des Kolpingvereins.

Auch haben Sie sich im kommunalpolitischen Bereich für die positive Entwicklung Ihrer Heimatgemeinde eingesetzt. 27 Jahre waren Sie im Gemeinderat in Weibern und 5 Jahre im Verbandsgemeinderat Brohltal tätig. Hier konnten Sie Ihre Fähigkeiten vor allem im Bau- und Finanzausschuss unter Beweis stellen.

Weiterhin haben Sie sich für Ihren Berufsstand in der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden eingesetzt und waren 20 Jahre AOK-Versichertenvertreter sowie 2 Jahre Schöffe beim Landgericht in Koblenz.

Sie, sehr geehrter Herr Bouhs, leben uns das ehrenamtliche Engagement für andere Menschen vor. In all den Jahren haben Sie sich durch Ihren unermüdlichen Einsatz ausgezeichnet und gezeigt, was man mit Tatendrang und einem großen Herzen bewegen kann. Sie sind ein Vorbild für unsere Gesellschaft.

Ich freue mich, dass Frau Ministerpräsidentin Malu Dreyer Ihren Einsatz mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz gewürdigt hat. Und natürlich, dass ich Ihnen den Orden heute als Zeichen unseres Dankes aushändigen darf.

Herzlichen Glückwunsch.

von links: Peter Josef Schmitz (Bürgermeister Weibern), Dr. Ulrich Kleemann (Präsident SGD Nord RLP), Gottfried Bouhs, Friedhelm Münch (Stellv. Landrat), Johannes Bell (Verbandsbürgermeister Brohltal)

                                                                                                                                                                Mitteilung bis 01. November 2017