Stellungnahme der OG Weibern zu Windkraftanlagen im Weiberner Wald

(ungekürzt)

Die Thematik der Gewinnung von regenerativer Energie (Windenergie) hatte in den vergangenen Jahren  und hat auch noch heute in Weibern stets eine große Bedeutung eingenommen. Neben dem gemeinsam mit der Ortsgemeinde Rieden realisierten Windpark „Weibern/Rieden“ mit  9 Anlagen in der Gemarkung Weibern, haben sich die politischen Gremien in den letzten 7 Jahren sehr intensiv mit der Thematik von Windkraftanlagen im Weiberner Wald beschäftigt. Den Startschuss hierzu gab die Firma Gamese, die im Rahmen der Gemeinderatssitzung vom 14.12.2010 auf die großen Potenziale für die Windenergie in diesem Gebiet hinwies. Als Reaktion auf den Bericht in der Rhein-Zeitung hierzu meldeten sich 7 Projektierer, die alle im Weiberner Wald einen Windpark realisieren wollten. Nach einem ausführlichen Bieterverfahren wurde am 18.05.2011 ein Vorvertrag abgeschlossen. Schon im Vorfeld wurden auch die  Nachbarkommunen

über die großen Möglichkeiten informiert, die die Windenergie bietet. Im Rahmen der naturschutzfachlichen Untersuchungen kristallisierte sich dann heraus, dass in Weibern der Bau von 3 Anlagen aus dem Augenwinkel des Umweltschutzes umsetzbar war, aber in den Nachbarkommunen aufgrund des Vogelschutzes keine weiteren Anlagen genehmigungsfähig sind. Unter Berücksichtigung einer über 10 km langen Stromtrasse zum Einspeisepunkt in Ramersbach, war somit auch die Wirtschaftlichkeit der Anlagen in Weibern nicht mehr gegeben.

Neue Hoffnung keimte auf, als zu Beginn des Jahres 2015 ein neuer Investor auftauchte, der gewillt war im Weiberner Wald und in der umliegenden Kommunen Windkraftanlagen zu installieren. Nach einem optimistisch stimmenden Start, der zunächst den Bau von 4 Windkraftanlagen vorsah, musste die Anzahl durch die Regularien des Koalitionsvertrags der neuen Landesregierung, in der jetzt mit der FDP ein ausgesprochener Windkraftgegner vertreten ist, auf 3 reduziert werden. Das endgültige Aus für das Projekt wurde dann den Vertretern der beteiligten Kommunen am 17.08.2017 durch den Investor mitgeteilt. Nach der Untersuchung von Horststandorten und Flugbewegungen von Rotmilan und Schwarzstorch und den strengen Regelungen des Vogelschutzes blieb keinerlei Raum für Bau von Windkraftanlagen. Selbst Standorte, die 2013 noch absolut unproblematisch waren, wurden von der Vogelpopulation verhindert.

Nachdem die Vertreter der Ortsgemeinde den 1. Versuch mit großem Optimismus verfolgt haben, sind wir beim 2. Versuch mit deutlich mehr Skepsis an das Thema herangegangen. Trotzdem ist die Enttäuschung groß. Wir haben die Realisierung stets nicht nur unter dem Aspekt hoher Pachtzahlungen für die Ortsgemeinde gesehen, sondern der Umweltschutz hat ebenfalls eine bedeutende Rolle gespielt. Durch die Windkraftanlagen im Weiberner Wald wären jährlich                 ca. 15.000 t CO2 eingespart worden, den gleiche Betrag erreichen wir in etwa durch die Anlagen im Weiberner Osten. Für die sehr ambitionierten Ziele des Kreises Ahrweiler einer Stromversorgung bis 2030 aus regenerativer Energie bedeutet dieses einen enormen  Rückschritt.

Sollte sich die energiepolitische Großwetterlage entscheidend ändern, sicherlich schaue nicht nur ich mit äußerster Besorgnis in Richtung des belgischen Katastrophenmeilers in Tihange, ist die Ortsgemeinde Weibern gerne wieder bereit eine Vorreiterrolle beim Thema Energiewende in der Region zu übernehmen.      

September 2017, Ortsbürgermeister Peter-Josef Schmitz 

 

Veröffentlichung bis 31.12.2017