Der Tuffsteinweg in der Sagenhaften Vulkanregion Laacher See

Auf den Spuren der Faszination Tuffstein
SAHRA RADERMACHER

Brohltal. Mit Tempo 20 das Brohltal erkunden – die historische Schmalspureisenbahn „Vulkan-Express“ lädt dazu ein! Die bekannte Freizeitattraktion ist aus der Vulkanregion Laacher See nicht wegzudenken, die Bahnhöfe entlang der Strecke sind beliebter Ausgangspunkt von traumhaften Wanderungen in der Region. Insbesondere an Tagen, an denen die historische Dampflok „11sm“ im Einsatz ist, säumen Fotografen die Strecke, während begeisterte Fahrgäste den Menschen aus dem Zug zuwinken. Die Bahn lässt sich dadurch nicht stören, pfeifend bahnt sie sich ihren Weg durch die Vulkanregion. Unterwegs steigen immer wieder Fahrgäste ein und aus – Wanderer auf dem Weg in die Wolfsschlucht und zum Laacher See steigen in Bad Tönisstein aus, Besucher der Burg Olbrück oder des idyllischen Rodder Maars in Oberzissen. Am Bahnhof Engeln, der Endstation des Vulkan-Express, erwartet Wanderfr eunde der faszinierende Geopfad „Tuff steinweg“, auf dessen landschaftlich und geologisch interessanter Streckenfü hrung der Wanderer den Tuff stein, übrigens das Gestein des Jahres 2011, kennen lernt. Tuff ist ein Stein aus verfestigter vulkanischer Asche. Er ist feinkörnig, leicht und kann sehr gut verarbeitet werden. Bereits die Römer schätzten diesen Stein.  irchenbauten, repräsentative Häuser in den vornehmen Wohngegenden von Frankfu rt und Berlin, überall ist der begehrte Baustoff aus der Eifel von vielen Generationen eingesetzt worden. Ein Haus aus Tuff stein  estattet durch die Porigkeit eine Atmung der Mauer, ohne die Zimmerwärme ausströmen zu lassen. Die Tuff stein-Häuser zeichnen sich daher durch eine stets trockene, reine Luft mit angenehmen Wärmeverhältnissen aus. Zunächst lockt jedoch ein kleiner Einblick in die spannende Vulkangeschichte, im Geo-Spiel-Garten kann ein stilisierter Nachbau eines Vulkans „bestiegen“ werden und eine erste Schautafel informiert über die Erdzeitalter und den Vulkanismus in der Region. Vom Ausgangspunkt fü hrt die Route die Wanderer sodann über einen Wirtschaft sweg in Richtung Tuff steindorf Weibern. Weibern wurde im Jahr 865 zum ersten Mal in einer Urkunde der Abtei Prüm

erwähnt, heute gehört die der Verbandsgemeinde 

Engeln. Ankunft mit dem Vulkan-Express am Bahnhof Engeln – Startpunkt des Tuffsteinwegs Foto: Vulkanregion Laacher See, Hartusch






Brohltal zugehörige Gemeinde zu den im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft “ prämierten Orten des Landes Rheinland-Pfalz. Am Ortseingang fü hrt der Weg nach einem kurzen Stück Landstraße in einen Hang hinein. Kurz darauf wird der aufgelassene, nicht mehr betriebene Tuff steinbruch am „Alten Berg“ erreicht. Die aufr agenden Bruchwände beeindrucken jeden Betrachter !



Durch den Wald geht es weiter zur „Lärchenley“ hinüber. Auch hier kann man mit einem kurzen, nach links schwenkenden Abstecher die gewaltigen Tuffwände besichtigen. Hinter der Lärchenley wird der Tuff steinweg zunächst zu einem schmalen Pfad und steigt danach wieder auf breiten Wald- und Wiesenwegen in die Flanke des Riedener Berges hinein. Auf der Höhe geht es zur Bimsgrube Wolf auf Hatzenfeld und an mehreren Windrädern vorbei – nicht entgehen lassen sollten sich die Wanderer hier den geologischen Traumblick in die vulkanische Osteifel hinein. Denn Dank bemerkenswerten Engagements einiger Eifelvereinsmitglieder aus Weibern wurde hier im Jahr 2018 ein fr eier Blick auf die faszinierenden Abbauwände in der Bimsgrube geschaff en. Diese Wände sind qualitativ vergleichbar mit der berühmten Wingertsbergwand am Laacher See,  enn auch hier auf der Höhe zwischen Weibern und Rieden können Vulkanologen und Geologen die Folgen der Eruptionen aus dem Riedener Vulkankomplex im Detail wissenschaft lich nachvollziehen, aber auch die „Laien“ werden sie mit Sicherheit faszinieren. Die Bimsgrube Wolf auf Hatzenfeld wird ab 2019 der Schnittpunkt zweier geologischer Themenrouten sein, des bestehenden „Tuff steinweges“ und der neuen Geo-Route Riedener Vulkankomplex“. Auf asphaltiertem Grund läuft der Tuff steinweg dann an der imponierenden Pfarrkirche St. Barbara vorbei in die Ortsmitte von Weibern hinein. Besonders schön anzusehen sind die zahlreichen Häuser aus Tuff stein, dem Namensgeber des Weges. Kleine 


Erker, schön behauene Fensternischen, aus Stein heraus gemeißelter Häuserschmuck und Balkongeländer aus Vulkangesteinen zeugen von den fantastischen Fähigkeiten der Weiberner Steinmetzbetriebe. Die wirtschaft liche Situation in Weibern war bis in die 1950er Jahre geprägt vom Abbau des Tuff steins, den man im Ortskern an allen Gebäuden wiederfindet und der dem Dorf seinen unverwechselbaren Charakter verleiht.
Ein weiteres Kleinod im Ort stellt der Steinmetzbahnhof dar, ein feines Museum, in dem eine umfassende Sammlung Eifl er Gesteine aufb ewahrt wird. Besucher dieses Museums, welches nach vorheriger Terminabsprache geöff net hat (Infos: Tel. 02636-19433), können eine umfangreiche Sammlung Osteifeler Gesteine und die Präsentation des Weiberner Tuff s sowie seine kulturgeschichtliche Wirksamkeit besichtigen. Im Steinmetzbahnhof ist zudem ein in mühevoller Kleinarbeit geschaff enes und beeindruckendes Steinbruchmodell zu sehen, welches vom Steinhauerverein hergestellt wurde. Die ehrenamtliche Arbeit des Steinhauervereins Weibern bringt Leben ins Tuff steinzentrum – viele interessante Arbeiten des Steinhauervereins fi nden sich in Weibern und in seiner Umgebung. So sind beispielsweise zahlreiche Wegweiser aus Basaltlava mit eingemeißelten Buchstaben an Wanderrouten des Vulkanparks angebracht worden. Ruhebänke mit Fundamenten aus behauener Basaltlava laden zum Verweilen ein. Im Weiberner Steinsägehaus hat der Steinhauerverein eine Werkstatt eingerichtet, wo auch Vorfü hrungen und Steinhauerkurse veranstaltet werden. Hier erhalten Besucher einen Eindruck von der Weiterverarbeitung des Weiberner Tuff s, Steinhauern
darf hier sogar bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut werden. Im Außengelände des Steinsägehauses befi ndet sich die Weiberner Museumsinsel. Zu dieser gehört u. a. eine große, überdachte Steinsäge
und ein Derikkskran, der zur Steingewinnung erforderlich war. Weiterhin sind Exponate aus Tuff stein zu 


sehen, die einen Überblick über die Verwendungsmöglichkeiten des Tuff steins geben. Dieses Freilichtmuseum möchte die Technik des Tuffsteinabbaus und die Arbeitsabläufe im Steinbruch bis zur Weiterverarbeitung
in den Werkstatthütten darstellen. Mit großen Derikkskranen wurden gewaltige Steinblöcke aus den tiefen Steinbrüchen herausgehoben. Die Blöcke wurden danach auf Transportwagen geladen, diese kennt man in Weibern als „Schürger“. Über Schienen wurden die Blöcke zu den Werkstatthütten geschoben. Dort erfolgte die Weiterbearbeitung. Bevor die Wanderer nun den überaus interessanten Ort Weibern verlassen, fü hrt ein kleiner, spannender Abstecher in die Grube Portz. Von hier aus folgt der Geopfad eine Weile der ehemaligen Trasse der Brohltalbahn. Dann steigt der Tuff steinweg scharf rechts in den Humersberg hinein. In mehreren
Windungen geht es steil bergan. Auf dem „Gipfel“ angelangt, kann man in den ehemaligen Schlot des basaltischen Schlackenkegels hineintreten. Über Weideland und durch Waldparzellen führt der Weg nun Richtung Kempenich. Ein kleiner Tipp, die Grube Burgschafstall, 200 Meter rechts abzweigend von der Hauptroute, kann angesehen werden, bevor der Weg auf den Kempenicher Burgberg leitet. Hier liegt die barocke, schlichte Kapelle des heiligen Bernhard. Die Kapelle steht an historischem Ort, hier hat der Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux 1147 die Ritter des Kempenicher Ländchens zur Teilnahme am Zweiten Kreuzzug aufgefordert. Der „Sankt-Bernhardsbaum“ wird im Kempenicher Burgfrieden von 1389 erwähnt, von einer Kapelle ist damals noch keine Rede. Die jetzige Kapelle wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von Hans-Jacob von Eltz-Kempenich errichtet. Ebenso zur Besichtigung empfi ehlt sich als Abstecher das Kreuzwäldchen in Kempenich. Vom Burgberg fü hrt der Geopfad nach Kempenich hinab, wo gleich zu Beginn ein scharfer Schwenk nach rechts über Wiesengelände in den Hang hineinführt. Auf der Anhöhe läuft die Route in Weideland hinaus, hinüber zur „Löchs Nück“. Nun folgt der Weg freiem Feld, bevor der aufgelassene Bruch der Spessarter Ley angelaufen wird. Der Ausgangspunkt der 


Wanderung rückt näher, gemütlich wird vorab der Engelner Kopf umrundet. Ausflug-Tipp Mit dem Vulkan-Express durch die Vulkanregion Laacher See. Die Anreise mit der Brohltalbahn ist mehr als eine Bahnfahrt. Sie  ist pure Alltags-Entschleunigung, ein echtes Technik- und Naturerlebnis. Sie macht die Vulkanregion Laacher See mit ihrer einzigartigen vulkanisch geprägten Landschaft hautnah erlebbar und vermittelt ein Gefühl dafür, welche „Anstrengung“ es die Lokomotiven kostet, rund 400 Höhenmeter zwischen Rhein und Eifel zu überwinden. Steigen Sie ein und erleben Sie eine einzigartige Schmalspurbahn in der attraktiven Landschaft der
Osteifel! Auch zu besonderen Anlässen ist die Brohltalbahn unterwegs: von Frühstücksfahrten mit Buffet an Bord bis hin zu Abendveranstaltungen mit Party im Bahnhof Engeln oder im Lokschuppen – der Veranstaltungskalender ist prall gefüllt. Weitere Informationen  zur Brohltalbahn – vom Fahrplan über Ausflugsvorschläge – fi nden Interessierte im Internet unter www.vulkan-express.de Facebook: Brohltalbahn/
Vulkan-Express oder telefonisch unter 02636-80303.

Veranstaltungs-Tipp:
Im Jahre 2002 wurde erstmalig im Rahmen der Fertigstellung des Vukanparkprojektes „Museumsinsel Weibern“ mit Weiberner Schaufenster, Steinbruchkran, Steinhauerwerkstatt und Werksgelände das „Tuffsteinfest“ ins Leben gerufen. Seitdem ist es zur liebgewonnenen Tradition geworden, alle zwei Jahre fällt am ersten Juniwochenende der Startschuss für das Fest unter der Regie des Steinhauervereins Weibern.
Ein Freiluftgottesdienst im Steinbruch, Führungen durch die Steinbrüche, Steinmetzvorführungen, ein kleiner Handwerkermarkt und vieles Mehr erwarten die Besucher.
Geo for Kids: Tuffstein-Hämmerkurs für Nachwuchs-Steinmetze Ausgebildete Steinmetze führen die Kinder und Jugendlichen in die Kunst der Steinbearbeitungstechniken ein und erklären, wie man mit Hammer und
Meißel aus dem Tuffstein kleine Kunstwerke meistern kann.

Infos und Buchung: Tourist-Info Vulkanregion Laacher See, Tel. 02636-19433 Zweckverband Sagenhafte Vulkanregion Laacher See, Sahra Radermacher, Kapellenstr. 12, 56651 Niederzissen








(Auszug aus dem Inhalt der Zeitschrift "Die Eifel" des Eifelvereins - zum Download)

Rundweg Steinbergerhof

Eine einfache Wanderung durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet östlich von Weibern.

Art: Rundweg   GPS-Download:
Streckenlänge: 9,1 km   Steinbergerhof.gpx
Dauer: ca. 2 Std     
     
Charkteristik:   Interessante Anlaufpunkte:
  • 70% befestigt (Asphalt)
  • 30 % naturbelassene Feld- und Waldwege
    (Benutzung auch durch Land- u. Forstwirtschaft)
Die Wege werden bei Bedarf gemulcht, bzw. gemäht.
 
  • Tuffsteinschaufenster
  • Museumsinsel
  • Bahnhof Engeln (Geogarten, Vulkanexpress)
  • Kapelle in Engeln (Glockenspiel)
  • Kapelle am Steinbergerhof
  • Reiterstübchen Appentaler Hof

 

 

Charakteristik:  Asphalt 70%   Unbefestigt: 30%

Gestartet wird am Wanderparkplatz am Tuffsteinkran / Tuffsteinfenster. Der Weg führt zunächst über den Wirtschaftsweg der parallel zur L114 (Bahnhofstraße) in Richtung Ortsausgang führt. Am Ortsausgang biegt die Strecke links ab in Richtung Engeln. Landwirtschaft im Wandel der Jahreszeiten (hier Spätsommer)

 

 

Wanderung Weibern, Windpark, Waberner Heide

 

 

Art: Rundweg

Streckenlänge: 10 km

Charkteristik:

  • 50% befestigt (Asphalt o.ä.)
  • 50 % naturbelassene Feld- und Waldwege (Benutzung auch durch Land- u. Forstwirtschaft)
Die Wege werden bei Bedarf gemulcht, bzw. gemäht.
 

GPS - Download

Interessante Anlaufpunkte entlang der Strecke:

  • Pfarrkirche Weibern
  • Robert Wolff-Halle
  • Talaue
  • Windpark
  • Waberner Heide - Wacholerheide

 

Startpunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz an der Robert Wolff-Halle. Wir verlassen den Parkplatz am "Pfarrer Kost-Platz" in Richtung Allenstraße,

Wanderung durch das Weiberner Tuffsteingebiet

Art: Rundweg   GPS-Download:
Streckenlänge: 6 km   tuff01.gpx
Dauer: ca. 1,5 Std    tuff01.gdb
     
Charkteristik:   Interessante Anlaufpunkte:
  • 30% befestigt (Asphalt o.ä.)
  • 5 % befestigte Waldwege
  • 65 % naturbelassene Feld- und Waldwege
    (Benutzung auch durch Land- u. Forstwirtschaft)
Die Wege werden bei Bedarf gemulcht, bzw. gemäht.
 
  • Tuffsteinschaufenster
  • Museumsinsel
  • ehemalige Bimsgrube
  • Windpark
  • Steinbrüche in der Weichley sowie in der Windkaul

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